Abschlussrede vom FrühjahrsRuf


Danke, dass ihr alle hier wart. Und einen grossen dank an all die Redner*Innen… Als wir Frühjahrsruf gegründet haben und angefangen haben diese Kundgebung zu planen, haben wir uns nie erträumen lassen, dass sie so ein Erfolg wird. Wir hätten nie gedacht, dass so viele tolle Organisationen uns unterstützen würden. Das einzige was wir wussten ist, dass wir etwas machen wollen. Wir wollten die Stille nicht mehr akzeptieren. Sondern ein Zeichen setzen für die die darunter leiden und für die die jeden Tag mit Betroffenen arbeiten und für uns. Ein Zeichen setzen gegen sexualisierte Gewalt und gegen sexuelle Belästigung, für sexuelle Selbstbestimmung und empowerment. Deshalb stehen wir heute hier für eine Aufklärung die für alle zugänglich ist und eine Bildung die Empowerment und Selfcare vermittelt, die Intersektionalität und sexuelle Selbstbestimmung lehrt und die sexualisierte Themen enttabuisiert. Wir hätten uns gewünscht in der Schule mehr über Orgasmen und ihre Bedeutung gelernt zu haben, über Gender und Sex, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und über alle Arten von Sexualität. Wir hätten gerne mehr gelernt über verschiedene sexuelle Vorlieben und das Sex so viel mehr als reine Penetration sein kann. Das eine Person mit Vulva nicht nur da ist um zu gebären. Sex geht nicht nur um Fortpflanzung, sondern auch um Pleasur. Und es nicht nur eine Art der Familie gibt. Das Menstruation nichts ekliges ist und man sie nicht verstecken muss. Und das nicht nur Frauen menstruieren und nicht alle die menstruieren Frauen sind. Wir wollen uns aber auch im speziellen über die Definition von sexualisierter Gewalt informieren und diese kritisch hinterfragen. Wir wollen eine Aufklärung bezüglich der verschiedenen Gewaltformen, Machtstrukturen und Konsens. Wir wollen darüber informieren, dass sexualiserte Gewalt bewusst als Machtinstrument genutzt wird. Wir wollen sexuelle Selbstbestimmung, die eigenen Rechte, Empowerment und deren Relevanz stärken. Wir wollen dazu animieren die Grenzen anderer zu respektieren und die eigenen Grenzen zu setzen. Wir wollen eine intervenierende, aufklärende und präventive Arbeit zu dem Thema sexualiserte Gewalt vermitteln. 

Dafür stehen wir heute hier. Für sexuelle Selbstbestimmtheit, für Konsent, für das Recht auf das freie Ausleben der eigenen Sexualität und um sexualierte Gewalt als Thematik zu enttabuisieren.

Wir haben uns zur Aufgabe gesetzt Vermittlungsarbeit und Aufklärungsarbeit zu betreiben. Wir möchten das Thema Sexualität und sexualisierte Belästigung und Gewalt enttabuisieren, thematisieren und ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen. Wir wollen aufdecken, wo es Defizite gibt und wo Unterstützung für Hilfsorganisationen fehlt und möchten gemeinsam daran arbeiten, dies zu ändern und uns zusammen mit anderen Organisationen für einen einfacheren Zugang zu Hilfssystemen einsetzten.

Betroffenenen sollten keine Barrikaden in den Weg legen. Es ist wichtig, dass jede*r Hilfe bekommt, wenn sie*er sie braucht und möchte. Uns ist es auch sehr wichtig, dass diese Informationsvermittlung so barrierearm wie möglich umgesetzt werden soll.

Wir danken allen Organisationen, die diesen Kampf schon führen, Präventionsarbeit leisten und die sich für Betroffene einsetzten. Vor allem auch denen die heute da waren und uns mit ihren Ständen und Redebeiträgen unserem Ziel ein Stück näher gebracht haben. Aber der Weg und unsere Arbeit hat gerade erst begonnen.

So möchten wir uns auch in Zukunft mehr vernetzten, zwischen Organisationen vermitteln und von ihnen lernen. In unserer Gesellschaft wird immer noch zu viel  Platz für Diskriminierung, Sexismus, Stigmatisierungen bis hin zu Gewaltverherrlichungen geboten. 

Aber wir sagen Nein. Nein zu Sexismus. Nein zu Diskriminierung. Nein zu Stigmatisierung. Nein zu Gewaltverherrlichung. Nein zu Catcalling. Nein zu Körpernormen. Nein zu sexueller Belästigung! Nein zu sexualisierter Gewalt!

Und Nein heißt Nein!

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