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FLINTA* ist eine Abkürzung für Frauen, Lesben, inter* Personen, nicht-binäre Personen, trans* Personen und agender Personen.


Frauen sind Personen, welche sich als Frau identifizieren. Damit sind demnach nicht nur cis Frauen gemeint, sondern alle, die sich als Frau identifizieren. Das Frausein ist nicht an bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten oder an ein bestimmtes Aussehen geknüpft.


Lesben sind Frauen, die sich emotional und/oder sexuell zu anderen Frauen hingezogen fühlen.


Intergeschlechtliche oder inter* Personen sind Personen, deren Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig den Kategorien männliches oder weibliches Geschlecht zugeordnet werden können. Es gibt primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale. Primäre Geschlechtsmerkmale sind angeborene innere und äußere Organe (Bsp.: Geschlechtschromosomen, Hormonelles Geschlecht). Sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickeln sich im Laufe des Lebens (Bsp.: Brustwachstum, Körperbehaarung). Mit welchem Geschlecht sich inter* Personen identifizieren, ist ganz unterschiedlich. Der Asterisk * verweist auf die Vielfalt intergeschlechtlicher Realitäten und Körperlichkeiten.


Nicht-binäre Personen sind Personen, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren, die sich mit beidem gleichzeitig identifizieren oder ihre Identität zwischen männlich und weiblich verordnen. Es gibt mehr als nur zwei Geschlechter. Meist wird alles, was nicht in die binäre Einteilung Mann-Frau passt, als "nicht-binär" bezeichne


Trans*, trans oder transgender Personen sind Personen, die sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, identifizieren.Trans* Männern wurden zum Beispiel bei der Geburt nicht dem männlichen Geschlecht zugeordnet, trans* Frauen wurden bei der Geburt nicht dem weiblichen Geschlecht zugeordnet. Viele trans* Personen lehnen aber auch die binären Kategorien Mann-Frau ganz ab.


Agender Personen sind Personen, die sich mit gar keinem Geschlecht identifizieren, gar kein Geschlecht haben oder für die Geschlecht kein Teil ihrer Identität ist. 


Das * Asterisk hinter FLINTA* steht für alle, die sich in keiner der vorherigen Bezeichnungen wiederfinden und die nicht cis männlich sind.



Es ist ebenso noch sehr wichtig zu erwähnen, dass es ganz viele unterschiedliche Schreibweisen für FLINTA* gibt.

Es kann beispielsweise hinter jedem dieser Wörter ein Asterisk gesetzt werden, um deutlich zu machen, dass alle oder verschiedene Geschlechteridentitäten eingeschlossen werden sollen. 

Zum Beispiel wird hinter Frauen* ein Asterisk genutzt, um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur zwei Geschlechter gibt und dass die Geschlechter-Kategorien als Konstrukt verstanden werden können. Manche finden den Asterisk hinter diesen Wörtern jedoch als unnötig oder diskriminierend. 

Zum Beispiel wird hinter Frauen* ein Asterisk genutzt, was den Sinn haben soll, trans Frauen* mit einzuschließen. Das impliziert jedoch, dass trans Frauen* eigentlich keine „richtigen Frauen“ sind, was die Verwendung des Asterisks an dieser Stelle als transmisogyn entlarven könnte.

Ebenso werden die Wörter „inter*, trans*, nicht-binär und agender“ teilweise groß oder kleingeschrieben. Wenn man diese Wörter als Subjekt schreibt (Bsp.: Transmann oder Transmann*) kann dies als politisches Statement verstanden werden. Diese Schreibweise wird jedoch oft abgelehnt, da die Schreibweise vermitteln könnte, dass das das wichtigste Persönlichkeitsmerkmal der Person sei. Daher wird es stattdessen als Adjektiv genutzt (Bsp.: trans* Mann oder trans Mann). 

Zu den verschiedenen Schreibweisen ist es sinnvoll sich für eine zu entscheiden und sich kurz damit zu befassen. Wir können nur empfehlen am Anfang eines Textes in einem kurzen Selbstverständnis zu erläutern, warum man diese Schreibweise gewählt hat, um eventuelle Missverständnisse umgehen zu können.

Geschlecht kann als soziales Konstrukt beschrieben werden. Nicht alle Menschen finden sich in dem binären-cis-heteronormativem System unserer Gesellschaft wieder.

Daher ist es wichtig, diese Menschen zu würdigen, anzuerkennen, direkt anzusprechen anstatt diese lediglich mitzudenken und auf allen Ebenen gegen die institutionelle, strukturelle und interpersonale Diskriminierung vorzugehen. Diese Diskriminierung und gesellschaftliche Benachteiligungen aufgrund der Geschlechteridentitäten, des Geschlechts oder vermeintlichen geschlechtlichen Zuschreibung können in unterschiedlichen Weisen und in unterschiedlichen Lebenssituationen erfahren werden. So können trans* und inter* Personen im Bewerbungsverfahren oder im Gesundheits- und Pflegebereich erfahren. Frauen erfahren häufiger als Männer sexualisierte Belästigung, welche vielfach mit der sexuellen Orientierung verschränkt sind und daher insbesondere lesbische Frauen betreffen. Es gibt erst seit 2019 den juristischen Geschlechtseintrag „Divers“, welchen meistens nicht-binäre und inter* Personen nutzen. Zuvor gab es nur „Frau“ oder „Mann“.


Literatur:

Beigang, Steffen; Fetz, Karolina; Kalkum, Dorina; Otto, Magdalena: Diskriminierungserfahrungen in Deutschland. Ergebnisse einer Repräsentativ- und einer Betroffenenbefragung. Hg. v. 

Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Baden-Baden. 2017  

frauenseiten.bremen: Was ist eigentlich…FLINTA*? 18.03.2021 

Genderdings - Social Media Interventions: Wörterbuch 

Gender Glossar

Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung der Technischen Universität Berlin: Geschlechtersensible Sprache - Ein Leitfaden. Zweite Auflage. 2020.

taz: Sachkunde über sensible Sprache. Keine Zauberei. 13.05.2018.

Queer Lexikon: Kategorie: Glossar

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